Arturia KeyLab 61 MK2 Testbericht 2022 | Verarbeitung, Funktionen, Essential 49/88 im Vergleich geschrieben von Beshko | Musikproduzentwerden.de

Arturia KeyLab 61 MK2 Testbericht 2022 | Verarbeitung, Funktionen & Vergleich im Detail

Der heutige Testbericht ist in Zusammenarbeit mit Avo entstanden. Avo ist  House Producer, Audio Engineer in einem Hamburger Tonstudios sowie ehemaliger Dozent und hat das MIDI-Masterkeyboard Arturia KeyLab 61 MK2 getestet. Ob das Arturia KeyLab als Keyboard für den Studio-Alltag geeignet ist?

Der heutige Testbericht ist in Zusammenarbeit mit Avo entstanden. Avo ist  House Producer, Audio Engineer in einem Hamburger Tonstudios sowie ehemaliger Dozent und hat das MIDI-Masterkeyboard Arturia KeyLab 61 MK2 getestet. Ob das Arturia KeyLab als Keyboard für den Studio-Alltag geeignet ist? Hier erfährst du alle Details zum MIDI-Controller & unser persönliches Fazit.

Verarbeitung

Ein Wort: Wertig. Das ist der Begriff, der mit dem Betrachten des frisch ausgepackten Masterkeyboards einher geht. Beim genaueren Hinsehen fällt mir neben der hohen Verarbeitungsqualität der ein oder andere Hingucker direkt in’s Auge:
Die Silber glänzenden Pitch- und Modulations-Räder (wie beim AKAI MPK 261 über, und nicht neben der Klaviatur positioniert) stehen bei der Draufsicht an erster Stelle. Die farblichen Kontraste sehen hier nicht nur gut aus, sondern könnten in dunklen Lichtverhältnissen oder Live-Situationen sogar von Vorteil sein.

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Bei einem Blick von der Seite ziehen in Holz-Optik veredelte Seitenteile alle Aufmerksamkeit auf sich: Ein ebenfalls in Silberchrom gehaltener “Arturia” Schriftzug ziert hier auf der linken Seite das Holz-Look-Finish des Controllers. Mir ist bisweilen noch kein Masterkeyboard in die Hände geraten, welches mit solch einer edlen Optik und Verarbeitung überzeugen konnte. Ein entsprechendes Produktgewicht rundet diesen ersten Eindruck durchaus ab. Noch vor dem Einschalten des Geräts scheint dieses bereits zu Punkten!

Die Klaviatur des Arturia KeyLab 61 MK2 ist ebenfalls qualitativ. Ein durchaus hochwertiges Gefühl begleitet den Anschlag der halbgewichteten Tasten. Besonders gut gelungen, da der eigentliche Tastenschlag sehr leise ist und somit keine störenden Geräusche von sich gibt.

Anschlüsse & Rückseite

Auf der Rückseite finden sich neben selbsterklärenden Netzteil- und USB-Steckdosen sowie einem An-/ Ausschalter noch weitere Schnittstellen:
MIDI In and Out Ports zählen zusammen mit den 6,3 mm Klinken-Eingängen (für jeweils ein Sustain/ Expression Pedal oder drei weitere AUX-Eingänge) zum Standardrepertoire eines Masterkeyboards. Interessant finde ich hier die vorhandenen CV (Control-Voltage) Anschlüsse.

Neben vier Ausgängen zur elektrischen Steuerung von Externen Geräten (Synthesizern) findet sich hier nämlich auch ein CV-Eingang der es ermöglicht, Hardware-gesteuerte Kontrollsignale einem Software-Parameter zuzuweisen. Ziemlich durchdacht wenn man mich fragt, denn so könnte man beispielsweise einen Softsynth über den LFO eines beiliegenden Hardware-Synths manipulieren und steuern.
Allgemein betrachtet, bietet die CV-Kompatibilität also eine Schnittstelle in die analoge Welt - was will man mehr?

Arturia Keylab Essential 61 vs. Arturia Keylab 61 MKii (MK2) - Der Unterschied

Das Arturia KeyLab 61 MK2 ist 2018 erschienen und die etwas umfangreichere Version des Arturia KeyLab Essential 61.

Das Arturia KeyLab 61 MK2 verfügt über 16, statt 8 Drum Pads und über weitaus mehr Anschlüsse sowie Bedienfunktionen.

Funktionen & Bedienung

Die Tasten für die Änderung der Oktaven und Transponierung befinden sich über den Klanghöhen- und Modulations-Rädern. Zusätzlich findet sich hier ein “Chord”-Knopf, welcher vorher festgelegte Akkorde einer Klaviertaste zuweisen kann.

Rechts neben den Pitch- und Modulations-Rädern befindet sich die Drumpad-Sektion, welche jedoch etwas klein ausfällt. Die Haptik selbst kommt meiner Meinung nach nicht ganz an die des AKAI MPK 261 heran, ist aber dennoch nennenswert gut und die RGB-Beleuchtung der Pads ist auch frei konfigurierbar.

Ein Alleinstellungsmerkmal stellen wohl die drei verfügbaren Pad-Modi dar: “Pad”, “Chord-Memory” und “Chord-Transpose”:

  • Pad-Modus: Tippen Sie auf ein Pad, um eine Note zu spielen oder eine MIDI Nachricht zu senden. Das jeweilige Verhalten kann über die Bedienoberfläche oder das MIDI Control Center festgelegt werden.
  • Chord Memory-Modus: Jedes Pad kann einen Akkord speichern, der dann von diesem Pad gespielt wird.
  • Chord Transpose-Modus: Jedes Pad speichert einen Akkord, der über die Tastatur gespielt werden kann. Der Chord-Taster muss leuchten, um den Chord Transpose-Modus zu verwenden.

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Sollen beim Tasten-Anschlag lediglich MIDI-Daten ausgetauscht werden, so genügt eine Betätigung des “Pad”-Druckschalters. Dieser Modus ist für den herkömmlichen Gebrauch konzipiert.
Möchte man ganze Akkorde über nur ein Drumpad abspielen, so ist der “Chord-Memory” Modus die richtige Wahl: Vorher abgespeicherte Akkorde werden über die 16 anschlags-sensitiven Pads verteilt und sind nun leicht zu erreichen.

Noch einen Schritt weiter geht jedoch der “Chord-Transpose” Modus. Eigene “Akkord-Libraries” lassen sich hier recht mühelos den 16 Pads zuweisen. In Zusammenhang des momentan gedrückten/ ausgewählten Pads, lässt sich dann der gespeicherte Akkord transponiert über der Klaviatur spielen (quasi eine verfeinerte Erweiterung des vorher beschriebenen “Chord”-Tasters oberhalb des Pitch-Rads). Diese Funktion kann für den Live-Betrieb durchaus von Vorteil sein.

Die sich rechts neben den Drumpads befindliche Command/ Transport Sektion überzeugt, ähnlich wie die Klaviatur, mit einem hohen Verarbeitungsstandard. Eine solide Bauweise bringt hier qualitative Drucktaster zum Vorschein, die bei Betätigung das wertige Image des Masterkeyboards unterstützen. Auch bei härteren Anschlägen dieser Tasten lassen sich (abgesehen von dem gewollten Klicken) keine störenden Geräusche oder gar wackelige Knöpfe finden, hier stimmt alles. Funktionstechnisch bieten die Command-Controls folgende Parameter:

  • Track Controls (obere Reihe)
    • “Solo”, “Mute”, “Record”, “Read”, “Write”
  • Global Controls (untere Reihe)
    • “Save”, “In”, “Out”, “Metro” und “Undo”

Die Funktionen der “Forward”, “Rewind”, “Stop” und “Play/ Pause” Buttons der Transport-Sektion unterhalb muss ich nicht unbedingt erklären, jedoch findet sich am Ende dieser Reihe noch eine weitere Taste, die eine Erwähnung wert ist: Die “Loop”-Taste! So einfach dessen Funktion nun sein mag; mich persönlich überzeugt der Gedanke diese DAW-Funktion direkt von einem Masterkeyboard aus steuern zu können. Hier wurde zu Ende gedacht!

Das LC-Display ist gut ausgeleuchtet, lesbar und zeigt alle aktuellen Parameterveränderung übersichtlich an. Der unterhalb positionierte Drehregler ermöglicht eine intuitive Steuerung durch das leicht zu überblickende Menü. Geräusche gibt der gerasterte Encoder nur bei schnelleren Bewegungen von sich. Die per Knopfdruck erreichbaren Bedienebenen für die mitgelieferte Software Analog Lab Lite (kleinere Version von Arturia Analog Lab V), die DAW oder für vom Benutzer konfigurierte Presets (User) sorgen für eine übersichtliche und intuitive Aufteilung. Durch hintergrundbeleuchtete Taster erkennt man auf den ersten Blick in welcher der genannten Ebenen man sich gerade befindet.

Weiter kann das Arturia Keyboard mit seiner Fader-Sektion punkten. Anders als beim MPK 261 finden sich hier an Stelle von acht, neuen “Kanalzüge” an. Manch einer fragt sich nun möglicherweise warum gerade neun und nicht acht Fader gewählt wurden. Der Grund dafür ist so simpel wie durchdacht: Der neunte Fader stellt sich bislang als Alleinstellungsmerkmal dar, da dieser die Funktion des Masterfaders übernimmt! Konkret bekommt man hier also acht Channel- und einen Masterfader. In meinen Augen ein recht netter Zusatz.

Arturia KeyLab 61 MK2 Schieberegler & Funktionen - Finde dein Studio Equipment auf Musikproduzentwerden.de

Der schwarze Text unterhalb der Schieberegler benennt deren Funktion im DAW-Modus:

  • Schieberegler 1 regelt die Lautstärke der ersten Spur in der ausgewählten Bank
  • Schieberegler 2 regelt die Lautstärke der zweiten Spur in der ausgewählten Bank
  • Schieberegler 3 regelt die Lautstärke der dritten Spur in der ausgewählten Bank

...und so weiter bis zu Schieberegler 8, der den Pegel der achten Spur in der ausgewählten
Bank steuert.

  • Schieberegler 9 funktioniert anders: Er steuert die Master-Lautstärke des gesamten Songs oder Projekts

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Beschriftet sind die verschiedenen Knöpfe und Regler jeweils doppelt. Die erste, farblich in cyanblau abgehobene, Position bezieht sich auf die Bedienebene des Analog Labs und scheint festgelegte Parameter wie Amplituden- und Filter-Hüllkurven-Funktionen (zum Beispiel “Attack”, “Decay”, “Sustain”, “Release”) oder Filterfrequenzen und LFO-Anteile zu steuern.
Die zweite, in weiß verfasste Benennung steht für die DAW Ebene und bietet allgemeinere Beschreibungen wie z. B. “Pan” für die über den Fadern liegenden Endlos-Regler. Die Fader selbst sind hier lediglich mit “CH 1” (CH=Channel) bis “CH 8” beschriftet. Auch beim Keylab gibt es die Möglichkeit die acht “Kanalzüge” über mehrere, umschaltbare Banks zu belegen.

Das Nutzungs-Gefühl der Potentiometer und Schieberegler ist entgegen aller Überraschung ein weiteres mal hochwertig. Angenehme Widerstände sorgen hier schlichtweg für eine durchaus gute Haptik und führen das qualitative Image des Arturia KeyLab 61 MKII erfolgreich weiter.

Lieferumfang, Zubehör & Gratis-Software

Wer sich eher für den französischen MIDI-Controller von Arturia entscheiden möchte, dem winkt ein sattes Software-Paket. Neben einem mitgelieferten USB-Kabel samt Anti-Ground-Loop-Adapter und verschiedenen Schablonen zur Funktionskennzeichnung einzelner Knöpfe und Regler des Keyboards, gibt es nämlich das Arturia Analog Lab, das Piano V und Ableton Live Lite mit dazu. Damit ist auch schon eine grundlegende Software-Ausstattungen gegeben, die zum Produzieren durchaus genügt. Darüber hinaus ist Arturias Software dafür bekannt, gut mit entsprechenden Controllern steuerbar zu sein!

Arturia KeyLab 61 MK2 Lieferumfang & kostenlose Software - Finde dein Studio Equipment auf Musikproduzentwerden.de

Meine Fazit zum Arturia KeyLab 61 MK2

Für diejenigen, die schon immer eine Schwäche für individualistische Produkte hegen, ist das Arturia auf jeden Fall eine Überlegung wert. Als Kombination aus solidem Masterkeyboard und netten Features und Software-Extras bedient das Arturia KeyLab 61 MK2 neben exzellenter Verarbeitung auch die Wünsche eines jeden Synthesizer-Fans. Die CV-Kompatibilität verspricht viel Spaß und vor allem problemlose Konnektivität zu analogen externen Geräten. Solltest du also bereits von mehreren Synthesizern oder anderen Hardware-Geräten umgeben sein, die du gerne bequem von einer Stelle aus steuern möchtest, dann ist das KeyLab 61 MK2 besonders zu empfehlen.

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Technische Daten & Abmessungen des Arturia KeyLab MKII 61 Black:

  • 61 anschlagdynamische Tasten mit Aftertouch
  • 16 farbig beleuchteten Performance-Pads
  • 9 Fader
  • 9 Drehregler
  • LCD-Display
  • Kategorienfunktion
  • Pitch- und Modulation-Rad
  • Chord- und Transpose-Funktion
  • Transport-Taster
  • 5 x Expression Control Eingänge
  • 4 x CV Ausgänge
  • 1 x CV Eingang
  • MIDI Ein- und Ausgang
  • USB-Anschluss
  • Eingang für externes Netzteil
  • Aluminiumgehäuse
  • inkl. Analog Lab Software mit über 6500 Sounds, Piano V sowie Ableton Live Lite
  • Abmessungen (B x T x H): 875 x 297 x 53 mm
  • Gewicht: 7 kg

Zur offiziellen Bediensanleitung des Arturia KeyLab MKII 61

Über den Hersteller Arturia

Du möchtest mehr über Arturia und die Produkte erfahren? Klicke hier um zur vollen Vorstellung des Herstellers zu gelangen: Arturia - Hardware & Software

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